Sie gründeten Allegra Tourismus

Es dauerte nicht lange, bis ihm und seinem Vater das Potential klar wurde, das diese neue Sportart für den Alpenraum haben würde. Sie gründeten Allegra Tourismus und begannen, Bikeangebote zu entwickeln und zu planen, und später auch Bike-Trails zu bauen und zu unterhalten. Bald machten sie sich einen Namen und ihre Projekte führten sie weit über die Alpen hinaus bis nach Japan. Vater Fadri ist heute pensioniert, Darco kümmert sich vor allem um seine drei Kinder und ist noch in einige Projekte involviert. Allegra hat sich zu einem internationalen Unternehmen entwickelt, dass von Engadinern geführt und geprägt wird.

Der Erfolg des Mountainbiking liege einerseits daran, dass immer mehr Menschen sich draussen bewegen wollen und dass das Fahrrad insgesamt einen enormen Boom erlebe, sagt Darco. «In den Städten ist es enorm populär geworden und auch in der Freizeit macht es immer mehr Leuten grossen Spass.» Vor dem Hintergrund der Klimaverschiebungen werde das Sommergeschäft in den Alpen zudem immer wichtiger. «Mountainbike, Gravelbike und Roadbiking schwimmen auf einer Beliebtheitswelle. Die Destinationen müssen sich darauf einstellen, um die hohe Nachfrage befriedigen zu können.»

Dass das Engadin bei seinen Gästen heute als vielseitiges Mountainbike-Gebiet punkten kann, liegt nicht zuletzt an der jahrelangen Arbeit von Darco Cazin. Gemeinsam mit der damaligen Tourismusorganisation entwickelte er ab 2008 den ersten Mountainbike Masterplan und baute mit seinen Leuten einen wesentlichen Teil der Trails. Heute steht die Region vor der Herausforderung, den vielen Bikes und Bikern die passende Infrastruktur für die Zukunft zu bieten. Mit dem Kanton Graubünden und den Gemeinden der Region setzt Darco nun ein Bike-Konzept um, das weit über das Mountainbiken hinausgeht: «Velos in all ihren Formen sind auch im Tal immer präsenter. Mehr und mehr Gäste nutzen sie als Mobilitätsform und auch die Einheimischen haben das Bike als Verkehrsmittel für den Alltag entdeckt.

Neben Verbesserungen im Wegnetz zwischen den Dörfern und innerhalb der Ortschaften gilt es, in Abstimmung mit zahlreichen Partnern auch die Dienstleistungen rund um das Velo kontinuierlich zu verbessern. Dazu gehören zum Beispiel Ladestationen für E-Bikes, Abstellräume und Garagen oder die Vermietung, Reparaturen und die Transportmöglichkeiten in den Zügen und Bussen der Region. Die Arbeit wird Darco Cazin also nicht ausgehen. Wann immer er kann, schwingt er sich nach dem Feierabend und am Wochenende selbst auf sein Bike. «Ich fahre seit Jahren ein E-Bike. Es lässt mich in kürzerer Zeit an weiter entfernte Orte gelangen und die Region geniessen.» Dem Gravelbike sagt Darco eine grosse Zukunft voraus. «Mountainbike braucht mehr Ausrüstung und ist noch immer sehr männlich. Gravel ist eine gute Alternative für Frauen und Paare, die das doch eher kostspielige Material scheuen und sich dennoch gemeinsam auf den Bikes bewegen wollen.»

Seine eigenen Kinder sind bei Darcos Biketouren übrigens fast nie dabei: «Ich bin kein Vater, der seinen Kindern den eigenen Lieblingssport aufdrängen will. Mein Sohn kommt am ehesten mit, aber Ballet, Reiten oder Gaming sind in unserem Haus wichtigere Themen als das Biken.»